Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten
Also, es ist'n klacks, Windows dazu zu bringen, von'ner Linux-CD zu starten. Mein reiseführer sagt: "Noch eine stunde bis zu einem funktionstüchtigen Linux-system." Allerdings schaue ich nach meiner ersten stunde mit Ubuntu immer noch auf'n leeren bildschirm und die chose hängt. Um sicher zu gehen, hab' ich meinen alten IBM-Thinkpad genommen: der jeht allerdings bei dieser steigung in die knie: magere 300Mz und 192mb arbeitsspeicher, obwohl viele sagen, das wär genug...
Der kleine bruder Xubuntu ist meine nächste wahl. Nach 20 minuten hab ich die installationsoptionen vor mir, noch mal 20 minuten für die weltkarte - da kann ich dann meine stadt und zeitzone wählen. Hoffnungsfroh klicke ich auf Sidney und werde zeuge der unheimlichsten sache, die ich je einen pc habe machen sehen:
Kontinentalverschiebung in zeitlupe. Treiben die sich doch einfach in der weltgeschichte rum: Australien kuschelt sich an Indonesien, zusammen geht's dann weiter nach Indien, Afrika macht sich auf den weg, um beide zu treffen. Xubuntu treibt nu irgendwie wech von mir.
Zenwalk soll ja irgendwie ein spaziergang dagegen sein, mit seiner schmalspur schnittstelle und den einfachen programmen. Dennoch hatte die installation mehr mit Marathon zu tun, aber: wir hamm die ziellinie erreicht. Schön blau leuchtets da vor mir und man ist bereit, benutzernamen und kennwort entgegenzunehmen. Ich hämmere 'root' in die tasten, die machen daraus alleiderdings 'r66t'. Müde augen? Also aufgepaßt und sorgfältigst nachgetippt...offensichtlich hat zu viel Zen meine tatstatur neu gemischt. Ich fühle mich wie ein mann, der gerade ein haus gebaut hat unnu nisch reinkommt...
Also spiel' ich rum mit NumLock, CapsLock und anderen feststelltasten sowie tastenkombinationen und dann ha' ick glück! Wenn ich die notebook-sondertaste 'Fn' drücke während ich schreibe, verschwinden die probleme. Allerdings spiele ich nun klavier und jemand hat eine hand auf meinen rücken gebunden. Das mute ich mir nicht so lange zu, denn Zenwalk ist so schnell wie'n arthritischer Kellner unter beruhigungsmitteln. Immerhin ist es mir gelungen, eine 'Linux-distro' zu installieren: das streichelt mein ego
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