SUSE mit einem Offenen Lächeln
Beim zeitungshändler im nächsten dorf finde ich ein magazin mit Fedora Core 6 und Open SUSE 10.1 - komplett mit handbuch. Das sind nummer 2 und 3 auf der Linux-hitparade und ich kaufe beide. Eine besprechung im heft sagt, daß Fedora Core 6 mit 'Pirut' und 'Yum' daher getrampelt kommt. Inzwischen habe ich genug vom örtlichen dialekt aufgeschnappt um zu wissen, daß anstrengende streifzüge ins gebirge anstehen, wenn ich zusätzliche weichware möchte.
SUSE erscheint als die bessere wahl: immerhin kommt's mit'nem handbuch daher, auch wenn ich 'ne lupe brauche, um es im düstern licht einer mitternächtlichen öllampe zu lesen. Der autor meint, am besten wär's, SUSE auf einer 'frischen' festplatte zu installieren und fügt den hilfreichen rat hinzu, daß die ja doch ganz preiswert seien - dieser tage. Das partitionieren übergeht er wie die option, beide betriebsystem nebeneinander zu installieren. Dies sei jenseits der möglichkeit des handbuchs. Also ab damit auf den wachsend haufen CD's, die es nicht gebracht haben. Da Ubuntu neue partitionen angelegt hat, denk ich mir, die wird SUSE doch finden und so ist es auch: sd2/dev, sd3/dev und so weiter. Ich lese NTFS bei sd1/dev und das reicht als tip, um die windows-partition zu finden. Alo klicke ich auf sd3, um SUSE zu installieren und atme tief durch.
SUSE will viel mehr wissen als Ubuntu und das ganze dauert eine stunde. Nach dem neustart zeigt mir der blaue bildschirm, daß Windows immer noch eine option ist - sehr entspannend. Wie Ubuntu braucht auch SUSE seine zeit bis zur aufnahme des dienstes, und wieder einmal sehe ich eine szene direkt aus Familie Feuerstein. Ansonsten ist alles, wo es sein soll, abgesehen von Gnome - ich hab' mir so'n kopp wegen der partition gemacht, daß ich die option KDE ganz verpaßt habe.
Bildschirmauflösung mit Schreiauslösung
Die liste der bildschirmauflösungen unter SUSE scheint die letzten 20 jahre abzudecken. Ich picke eine auflösung von 1200x800 und den Intel G945-grafiktreiber - das führt zu einer leiste, auf der steht: 1024x768 - Annehmen oder Ablehnen. Ich lehne ab und gehe ein dutzend mal durch diese endlosschleife, mit unterschiedlichen optionen, bevor ich dan aufgebe, weil ich befürchte, wahnsinnig zu werden. Wir sprechen hier nicht von irgendwelchen obskuren bildschirmen und unheimlichen treibern - Intel G915/G945-karten gibt's so viele wie sand am meer.
Eine schnelle überprüfung im internet ergibt, daß auch SUSE mit INTEL-graphikkarten probleme hat. Die ach-so-hilfreichen alleswisser, die die bevölkerung dieser berge bilden, bewerfen dich mit der üblichen kommandozeile, aber ich verliere doch bald das interesse. Ich seh' doch glatt, wie sie ihre weisen häupter schütteln und ich höre sie sagen: Ja, du kannst mit Linux alles mache, aber du mußt natürlich ein kleines bißchen darüber lernen. Wahr, aber ich bin ein typischer Windows-benutzer. Habt ihr jemals versucht, ein Windows-handbuch zu lesen? Oder eine technische mitteilung? Die sind so verständlich wie steuerformulare.
Ich starte neu, will sehen, ob XP noch läuft. Da ist es - schwarz-weiß und fragt, ob ich womöglich nochmal starten möchte - vielleicht im abgesicherten modus? Meine hände zittern, nochmal neustart. Dieses mal kommt Windows XP, aber alle buchstaben sind wie in einer sardinenbüchse zusammen gequetscht. Tauchfahrt in Windows hinein, um die bildschirmauflösung zu korrigieren. Zumindest kenne ich mich in XP aus, das ist also einfach. Dabei fällt mir ein, daß ich nie geglaubt habe, ich würde einmal sage, daß unter Windows etwas einfach ist.
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