Linux Mint

 

Mit den beiden distros von Ubuntu hatte ich kein glück und bin nicht scharf auf 'ne dritte, aber der Große Gizmo schlägt Linux Mint vor. Meine begeisterung sinkt noch weiter, als ich in den foren lese, daß es probleme mit der 915-auflösung gibt. Schlimmer. Das intallieren von Mint hat ihre Windowsinstallation geplättet.

 

Die version 2.2, die ich runterlade, wurde von ihren Irischen schöpfern auf den namen 'Bianca' getauft. Ich starte die Live-CD und sie startet sofort mit der 1280x800 auflösung. Nach diesem beeindruckendem debut konnte ich es kaum noch aushalten, mehr von Bianca zu sehen. Mint benutzt gpart und das erfordert deine komplette aufmerksamkeit. Der vorgang ist logisch, wenn auch etwas nervenaufreibend für ein pinguinküken.

 

Das Mint-logo sieht aus wie eine scheibe anissamen mit einem hellen weißen mittelpunkt, der wie die Venus strahlt. Man sagt, Venus sei ein trügerischer planet, aber hier findet jedenfalls kein trug statt. Tatsächlich war die installation ein spaziergang und schlägt alle rekorde: 15 minuten alles inklusive. Bianca wirft sogar die CD aus, bevor es von der platte neustartet, etwas, was die anderen sich weigern zu tun und du mußt dann das teil rechtzeitig nach dem neustart rausfummeln.

 

Die Dame Bianca stellt sich als eine schnelle in jeder beziehung heraus. Innerhalb eine halben stunde kann ich richtig loslegen, eine zeit, die jede vernünftige erwartung übertrifft. Bianca hat die internetverbindung von anfang an und erzählt mir, es gibt da updates zum runterladen und macht das dann ohne weitere umstände.

 

Gnome ist hier anders als bei Novell - der südafrikanische vetter eben - und du fragst dich, warum die künstler dieses teil nicht in ruhe lassen können. Die themen-auswahl ist begrenzt und da fehlt auch glanz. Der startbildschirm sieht aus wie ein rückschlag in die alten tage von DOS - ganz klar: Biancea steckt noch in der pubertät. Zum schluß bin ich mit dem Ubuntu-standardthema einverstanden, besser als Biancas gallegrün mit blau. Ich bin also zurück, wo die reise durch diese berge begonnen hat: im buschland. Eigentlich macht mir das nichts, ich verstehe nun immerhin, warum das Dorf Ubuntu so ein beliebtes ziel ist.

 

Linux ganz schnell, ganz viel
 

Sie hätten es Blitz-Linux nennen sollen - es zündet in 40 sekunden, der drehzallmesser bäumt sich auf. Firefox und OpenOffice springen auf den bildschirm wie von einer schleuder gescfhossen, und genau so ist's mit allem anderen. Das ist die schnellste Linux-distro, die ich bisher getestet hab.

 

Die option 'Hinzufügen/Entfernen' ist ein schönes stück arbeit. Die Englischen paketbeschreibungen beinhalten logos und beliebtheitsskala, und die bereits installierten anwendungen haben ein häkchen. Wenn du noch was installieren willst, klick's an, click auf 'andwenden', lehn dich zurück und sieh zu, wie das runterladen und installieren direkt vor deinen augen geschieht. Es ist nicht schwer zu verstehen, warum Ubuntu so beliebt ist: die liste der programme ist länger als der Limpopo. Keine lange expeditionen ins gebirge mehr - alles ist nur einen mausklick entfernt. Opera, Gimp und NVU, sogar Xara-Extreme und Inksape, und alles ist einfacher zu intallieren als unter Windows.

 

Bianca kann sofort eine Video-DVD abspielen (Mandriva und SLED wollten das nicht) und macht die knöppe meines Dell Laptops zu lautstärkereglern - noch mal nummer 1 von allen distros, die ich bisher getestet habe. Sie übernimmt das 'Power Management' für den laptop und läßt mich wissen, Mint braucht 230mb hauptspeicher und 2,6gb festplattenplatz.

 

Sie bietet auch dinge an, die streng genommen nicht wirklich legal sind, wie MPlayer und Java. Es gibt da mögliche rechtsverletzungen, aber die Mint-website sagt, daß sich ihre entwickler für komplette freiheit entschieden haben. Für jene von uns, die die Microsoftbeschränkungen und das häufige rumpolken in den innersten innereien unserer PCs ablehnen, ist das schlichtweg Nirvana.

 
Eine Brücke zu weit
 

Leider ist Nirvana ein mythischer ort. Nachdem ich ein paar packages installiert habe, meldet sich Mint nach dem nächsten start mit überlast ab. Auf dem bildschirm lese ich: " warning – not loading blacklisted module ipv6" Ist das ne einmalvorstellung oder habe ich was vermurkst? Da ich von Mint schwer beeindruckt bin, installiere ich es nochmal. Ich lade nur ein paar teile runter, inklusive Opera, und jetzt teilt mir Bianca mit, ich hätte da ein beschädigtes paket und nötigt mich, die filter in Synaptic zu überprüfen. Dieser spur folge ich und fühle mich ganz schnell wie ein blinder, der die einlage eines glückskeks im dunkeln lesen soll.

 

Als Opera abschmiert und sich für den schnellen abgang entschuldigt, hab ich so'ne ahnung, daß das das problem ist und deinstalliere es. Das symbol für 'beschädigtes paket' verschwindet und Mint ist wieder glücklich, aber am nächten tag startet es nochmal nicht. Das ist 'ne schande, aber diese losen enden fliegen dir um die ohren. Das beste, was ich hier sagen kann, ist: Bianca hat ein großes potential. Ubuntu mit diesen extras hier muß es schaffen!